Im Auftrag von swisstopo / Strategie Geoinformation Schweiz und unter Mitwirkung der SOGI hat econcept die angespannte Fachkräftesituation in der Schweizer Geoinformationsbranche beleuchtet. Der Schlussbericht wurde vor Kurzem publiziert.
Die gute Nachricht vorweg: Die Absolventenzahlen auf allen Bildungsstufen sowie die Gesamtzahl der Erwerbspersonen sind stabil. Dennoch besteht ein deutlicher Fachkräftemangel. Ursache ist zum einen, dass die Zahl der Erwerbspersonen in unserer Branche im gleichen Zeitraum um 13% gewachsen ist, während die Arbeitslosigkeit auf einem sehr niedrigen Niveau verharrt. Zum anderen steht der tiefgreifende demografische Wandel erst am Anfang und wird die Situation weiter verschärfen. Hinzu kommt, dass unser Bereich in einer ersten Analyse häufig als Nische wahrgenommen wird und damit in direkter Konkurrenz zur IT sowie zu klassischen Ingenieurberufen steht.
Besonders auffällig: Während Bachelorabsolvierende der Fachhochschulen (FH) im Bereich Geoinformation teils höhere Medianlöhne erzielen als der Durchschnitt aller FH-Absolventen, liegen die Löhne für Master-Abschliessende der Universitäten oft unter dem allgemeinen universitären Schnitt.
Zur Verbesserung der Situation sieht der Bericht die Berufsorganisationen in einer Schlüsselrolle:
- Profilschärfung: Organisationen sollten ihren Zweck und ihre Zielgruppen klarer definieren und eine Konsolidierung der Verbandslandschaft prüfen.
- Interessensvertretung: Das Engagement in der Bildungspolitik sowie der Einsatz für attraktivere Löhne und Arbeitsbedingungen müssen ausgebaut werden.
- Nachwuchsmarketing: Die Sichtbarkeit des Berufsfeldes und seiner Interdisziplinarität muss durch verstärktes Marketing aktiv gefördert werden.
Alle Akteure sind aufgerufen, Geoinformation als attraktives, zukunftskritisches Arbeitsfeld sichtbarer zu machen.
