Am 19. März 2026 fand im Hotel Spirgarten in Zürich-Altstetten das 18. Spirgartentreffen statt – eine der etabliertesten Fachveranstaltungen der Schweizer Geoinformations-Community rund um die Strategie Geoinformation Schweiz und GeoStandards.ch. Rund 55 Teilnehmende aus Verwaltung, Hochschulen und Privatwirtschaft tauschten sich zu aktuellen Entwicklungen in Geostandards, Dateninfrastrukturen und neuen Technologien aus. Im zweiten Teil übernahm die SOGI mit ihrer Fachgruppe GGMM die Moderation – mit drei Beiträgen und einer personellen Neuerung.
Die Präsentation kann auf der INTERLIS-Website heruntergeladen werden.
Erster Teil: Updates aus KGK, KOGIS und GeoStandards.ch
Vor dem SOGI-Block informierten Vertretende von KGK, KOGIS/swisstopo und moflex zu aktuellen Entwicklungen:
Melanie Sütterlin (KGK) stellte den neuen KGK Aktionsplan 2026–2027 vor und berichtete über Neuerungen auf geodienste.ch – darunter ein überarbeiteter Validierungsprozess, die Erweiterung der STAC-API sowie die neu verfügbare IFC-Exportfunktion (Amtliche Vermessung jetzt als IFC-Download).
Patrick Ibele, Pasquale Di Donato und Hans-Ueli Wiedmer (KOGIS/swisstopo) präsentierten Zahlen zu geo.admin.ch (2025: über 66 Millionen Klicks, +17%) und stellten das neue Portal SWISSGEO vor, das raumbezogene Daten der Schweiz künftig an einem Ort bündeln soll. Zudem wurde die laufende Vereinfachung der INSPIRE-Direktive auf EU-Ebene thematisiert.
Stefan Henrich (moflex) berichtete über den Abschluss von ili2py (INTERLIS-Datenmodelle als Python-Klassen) und die Fortschritte bei der Standardisierung der Datenvalidierung. Ausserdem wurde die Anforderungsspezifikation für den künftigen INTERLIS Model Composer (IMC) vorgestellt – eine webbasierte, modular aufgebaute Entwicklungsumgebung, die primär die Arbeit der Fachinformationsgemeinschaften (FIG) unterstützen soll.
Raphaëlle Arnaud (swisstopo) informierte über die Implementierung von eCH-0271, dem neuen Schweizer Profil für Geometadaten, das seit 2025 rechtlich verankert ist.
Zweiter Teil: SOGI/GGMM – Neue Leitung und drei Referate
Die GGMM (Gruppe Geonormen und modellbasierte Methoden) präsentierte sich mit einer neuen Co-Leitung: Jens Ingensand (HEIG-VD), Lukas Schildknecht (FHNW) und Carmen Theiler (geowerkstatt) übernehmen gemeinsam die Führung der Fachgruppe, die Grundlagen rund um Geonormen erarbeitet, die modellbasierte Methode (INTERLIS) weiterentwickelt und die internationale Geonormung beobachtet. Kontakt und weitere Informationen: ggmm@sogi.ch / sogi.ch.
ConvConf – Automatisierte Konversion zwischen INTERLIS-Modellen
Sepp Dorfschmid stellte mit ConvConf einen innovativen Ansatz für interoperable Geodaten vor: Sender und Empfänger beschreiben ihre Daten je mit einem eigenen logischen Modell (LM), das sich auf ein gemeinsames konzeptionelles Modell (KM) bezieht. ConvConf leitet die nötige Konversion automatisch daraus ab – ohne dass die beiden Seiten aufeinander abgestimmt sein müssen. Ein lauffähiger Prototyp beweist die Machbarkeit. Der Nutzen wäre erheblich: weniger Konversionsaufwand, kürzere Entwicklungszeiten, tiefere Kosten. Dorfschmid sucht Rückmeldungen aus der Community sowie ein tragfähiges Finanzierungs- und Betriebsmodell. Feedback: do@adasys.ch.
Apache Hop als Open-Source-Alternative zu FME
Stefan F. Keller (FH OST) präsentierte Apache Hop als echte Open-Source-Alternative zu proprietären Geodatenintegrations-Tools wie FME. Das Tool ist 100 % Open Source (Apache-Lizenz), seit den frühen 2000er-Jahren in Entwicklung (Kettle, GeoKettle) und verfügt heute über ein wachsendes Ökosystem an GIS-Plugins – darunter INTERLIS Input, Ilivalidator, OGR Input/Output und Geometry Inspector (alle 2025/26 neu entwickelt). Kellers Fazit: Apache Hop ist 2026 produktiv auch für GIS-Projekte einsetzbar. Für FME-Nutzende bedeutet der Umstieg einen Kultur- und Architekturmodell-Wechsel – laut Keller aber einen lohnenden.
GeoBIM – aktuelle Entwicklungen
Lukas Schildknecht (FHNW) gab einen umfassenden Überblick über den Stand von GeoBIM in der Schweiz. Im Zentrum standen:
Der Transformationsdienst cs2bim (Open Source) ist nun in geodienste.ch integriert: Geodaten der Amtlichen Vermessung sind erstmals als IFC-Download verfügbar – ein wichtiger Schritt für die BIM-Planung in der Schweiz. Die SGS-Aktion 3-26-1 widmet sich der systematischen Identifikation von Herausforderungen und Lücken im GeoBIM-Bereich, gemeinsam mit KGK, swisstopo und SOGI. Begleitend nimmt die agile Gruppe GeoBIM der SOGI ihre Arbeit auf. Für 2026 ist zudem eine konkrete Spracherweiterung von INTERLIS für 3D-Geometrietypen geplant. Ein Pilotprojekt des Kantons Basel-Landschaft zeigt bereits exemplarisch, wie BIM-Daten (IFC) in einen 3D-GIS-Viewer integriert werden können (3d.geo.bl.ch).
Save the Date: 19. Spirgartentreffen
Das 19. Spirgartentreffen findet am Donnerstag, 18. März 2027, erneut im Hotel Spirgarten in Zürich-Altstetten statt.
